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Niedrige Energiekosten als Strategie gegen hohe Energiekosten nutzen?!

Niedrige Energiekosten als Strategie gegen hohe Energiekosten nutzen?!

Die derzeit niedrigen Energiekosten verleiten dazu, das Thema Energieeffizienz aus den Augen zu verlieren. Das kann sich später rächen.

Frau Professor Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung spricht gar davon, dass der niedrige Ölpreis als Waffe eingesetzt wird. Er soll zur Verschwendung anreizen. Das wird auf Dauer unsere Wirtschaft treffen. Letztlich stellt sich auch die Frage, ob das Thema der derzeit stattfindenden Völkerwanderung (Flüchtlingsproblematik) auch eine Folge von niedrigen Ölpreisen ist.

 

Da wäre es doch eine gute Idee, die niedrigen Ölpreise als Waffe gegen hohe Energiekosten zu nutzen. Wir nutzen die zurzeit geringeren Energiekosten und investieren in Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Dann lassen wir uns das Ganze noch durch die derzeit guten Fördermöglichkeiten versüßen. Nie war es günstiger, sich ein Stück Unabhängigkeit zu verschaffen.

 

Da der Mensch so gestrickt ist, dass er häufig den kurzfristigen Nutzen einem langfristigeren vorzieht, auch wenn dieser nachhaltiger und von größerem Nutzen ist, ist hier auch die Politik gefordert.

So fordert der IWF eine weltweite CO2-Steuer. Er kommt zu dem Schluss, dass sich die Ziele aus dem Pariser Weltklimaabkommen nur so erfolgreich realisieren lassen.

IWF fordert weltweite CO2-Steuer

Aufgrund der niedrigen Energiepreise wäre diese keine zusätzlich Belastung für die Wirtschaft. Anderseits können die Mittel aus einer CO2-Steuer (besser noch wäre eine Energiesteuer) genutzt werden um die längst überfällige Energiewende zu finanzieren.

 

Das wären dann mal Steuern im Sinne von Regeln.

 

Der ursprüngliche Sinn von Steuern ist ja, das Regierungen Abgaben nutzen, um die politischen Geschicke zu lenken, eben zu steuern.
Das ist leider in Vergessenheit geraten. Vielleicht sollten Politiker verpflichtet werden, einen Grundkurs in Regelungstechnik zu belegen, da ein Staat ja nichts anderes ist als ein komplexes Regelsystem. Ein guter Politiker muss daher auch ein guter Regelungstechniker sein.

 

Den Originalbeitrag von Frau Professor Claudia Kemfert finden sie hier:

Wir sollten uns von Öl unabhängig machen!

Luft ist unser wichtigstes Lebensmittel!
TERMINANKÜNDIGUNG!

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Kommentare 2

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Gäste - Timo Leukefeld (website) am Mittwoch, 17. Februar 2016 15:32

Die Rahmenbedingungen sind richtig erwähnt: niedrige Ausgaben für Energiekosten und gute Fördermittel. Dennoch fehlt den Investoren die Begeisterung, diese ist abhanden gekommen. Die Fördermittel können noch so hoch sein, wenn die Menschen das Gefühl haben, dass die Energiepreise niedrig sind, verdrängen sie den Vorsorgegedanken. Woher soll da die Begeisterung kommen? Die Preise für Sprit sinken und sinken, die Betriebskostenabrechnung bringt Rückerstattungen und der Strompreis steigt nicht mehr. Was wir brauchen, sind keine Gewissensappelle, sondern neue Geschäftsmodelle, die es ermöglichen, dass alle etwas davon haben: Banken, Energieversorger, Vermieter und Mieter.
Zum Beispiel mit Gebäuden, die fast keine Energiekosten haben, sogenannte Grenzkosten-nahe-null-Gebäude, wo der Vermieter dem Mieter eine Pauschalmiete für 10 Jahre geben kann, in der Wohnen, Wärme, Strom und E-Mobilität enthalten sind. Ein Elektroauto ist dann schon im Gebäudeinvest drin und darf via Internetkalender von den Mietern ohne Aufpreis genutzt werden. Teilen statt besitzen.
Die Langzeitspeicher für Sonnenwärme und Sonnenstrom werden zu gewissen Zeiten extern durch den Energieversorger genutzt, um Netzschwankungen auszugleichen, zum Geld verdienen und zum Nutzen für die Allgemeinheit. Das solare Energieautarkie-Paket liefert und betreibt der Energieversorger als Dienstleister, die Bank besorgt die Investoren, die für 10 Jahre eine feste Rendite bekommen - noch dazu mit ethischem Hintergrund. Damit wäre dann auch das Nutzer-Investor Dilemma gelöst.
So entsteht Begeisterung durch neue Geschäftsmodelle, übrigens ohne staatliche Subventionen!

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Die Rahmenbedingungen sind richtig erwähnt: niedrige Ausgaben für Energiekosten und gute Fördermittel. Dennoch fehlt den Investoren die Begeisterung, diese ist abhanden gekommen. Die Fördermittel können noch so hoch sein, wenn die Menschen das Gefühl haben, dass die Energiepreise niedrig sind, verdrängen sie den Vorsorgegedanken. Woher soll da die Begeisterung kommen? Die Preise für Sprit sinken und sinken, die Betriebskostenabrechnung bringt Rückerstattungen und der Strompreis steigt nicht mehr. Was wir brauchen, sind keine Gewissensappelle, sondern neue Geschäftsmodelle, die es ermöglichen, dass alle etwas davon haben: Banken, Energieversorger, Vermieter und Mieter. Zum Beispiel mit Gebäuden, die fast keine Energiekosten haben, sogenannte Grenzkosten-nahe-null-Gebäude, wo der Vermieter dem Mieter eine Pauschalmiete für 10 Jahre geben kann, in der Wohnen, Wärme, Strom und E-Mobilität enthalten sind. Ein Elektroauto ist dann schon im Gebäudeinvest drin und darf via Internetkalender von den Mietern ohne Aufpreis genutzt werden. Teilen statt besitzen. Die Langzeitspeicher für Sonnenwärme und Sonnenstrom werden zu gewissen Zeiten extern durch den Energieversorger genutzt, um Netzschwankungen auszugleichen, zum Geld verdienen und zum Nutzen für die Allgemeinheit. Das solare Energieautarkie-Paket liefert und betreibt der Energieversorger als Dienstleister, die Bank besorgt die Investoren, die für 10 Jahre eine feste Rendite bekommen - noch dazu mit ethischem Hintergrund. Damit wäre dann auch das Nutzer-Investor Dilemma gelöst. So entsteht Begeisterung durch neue Geschäftsmodelle, übrigens ohne staatliche Subventionen!
Jörg Linnig (website) am Samstag, 20. Februar 2016 12:10

Hallo Herr Prof. Leukefeld,
ich danke Ihnen für Ihren Kommentar und kann Ihnen nur zustimmen. Wir müssen weg von dem Gedanken, dass das Thema Energie effizient zu nutzen etwas mit Einschränkung zu tun hat. Selbstverständlich ist es sinnvoll zunächst den Bedarf zu senken und dann diesen möglichst nachhaltig und regenerativ zu decken. Die intelligente Vernetzung trägt zu einer noch besseren Ausnutzung bei.
Wir sollten daher die ein oder andere Schere aus unserem Kopf entfernen und den Mut haben neue Wege zu gehen, wo wir heute wissen, dass die Wege, die wir zur Zeit gehen nicht dorthin führen, wo wir hin wollen.
Wir sollten wenn überhaupt nicht von Energiekrisen sondern von Intelligenzkrisen sprechen.

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Hallo Herr Prof. Leukefeld, ich danke Ihnen für Ihren Kommentar und kann Ihnen nur zustimmen. Wir müssen weg von dem Gedanken, dass das Thema Energie effizient zu nutzen etwas mit Einschränkung zu tun hat. Selbstverständlich ist es sinnvoll zunächst den Bedarf zu senken und dann diesen möglichst nachhaltig und regenerativ zu decken. Die intelligente Vernetzung trägt zu einer noch besseren Ausnutzung bei. Wir sollten daher die ein oder andere Schere aus unserem Kopf entfernen und den Mut haben neue Wege zu gehen, wo wir heute wissen, dass die Wege, die wir zur Zeit gehen nicht dorthin führen, wo wir hin wollen. Wir sollten wenn überhaupt nicht von Energiekrisen sondern von Intelligenzkrisen sprechen.